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#1: Musikforscher Prieberg vermacht sein Archiv der Kieler Universitaet

Posted on 2005-10-21 23:20:39 by Peter Brixius

Einen wahren musikwissenschaftlichen Schatz hat die Christian-
Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) jetzt geschenkt bekommen: Fred K.
Prieberg - freiberuflicher Musikforscher und -publizist, bekannt für
seine musikhistorische Arbeit über die Zeit des Nationalsozialismus -
hat sein gesamtes Privatarchiv gespendet. Die "konkurrenzlose
Sammlung" von Buchbänden, Tonträgern, Noten und Akten wird zu einem
Anlaufpunkt für die internationale Forschung werden, ist sich der
Direktor des Musikwissenschaftlichen Instituts der CAU, Professor
Bernd Sponheuer, sicher.

Das Archiv umfasst eine Bibliothek mit zirka 1500 Bänden, 800
Tonträgern und 120 Aktenordnern mit biografischem Material zu
Musikern, originaler Korrespondenz und Dokumentkopien aus Archiven
des In- und Auslands. Besonders brisant: Unter den Unterlagen befinden
sich auch zirka 2200 Karteikarten von Musikern aus der NSDAP-
Mitgliederkartei, die Prieberg im Laufe der Jahre für seine Handbücher
zusammengetragen hat. Neben der Musik der NS-Zeit befasste sich
Prieberg aber auch mit der neuen Musik aus der DDR, der UdSSR, Polen
und Ungarn. Das gesamte Material wird jetzt an der Schleswig-
Holsteinischen Landesuniversität archiviert und ist voraussichtlich ab
Anfang kommenden Jahres öffentlich zugänglich.

"Wer sich mit der Rolle der Musik im nationalsozialistischen
Deutschland befasst, kommt um die einschlägigen Publikationen von
Fred K. Prieberg nicht herum", erklärt der Kieler Professor Sponheuer.
Er lernte den heute 77-jährigen Musikforscher 1998 durch das
gemeinsame Forschungsprojekt "Archivinventar 1933-45" persönlich
kennen, und seither arbeiten sie zusammen.

Der ehemalige Rundfunkjournalist Prieberg recherchiert seit 45 Jahren
zur Musik im Dritten Reich und hat mit Publikationen wie der 1982
erschienenen "Musik im NS-Staat" Meilensteine gesetzt. "Er zeichnete
ein differenziertes, von Einzelschicksalen ausgehendes Geschichtsbild
des Musiklebens im Dritten Reich. Und das bereits sehr früh - zu einem
Zeitpunkt, als die akademische Musikwissenschaft vermied, politische
Verwicklungen der eigenen Disziplin zu reflektieren", betont Professor
Sponheuer. Erst in diesem Sommer ist Priebergs Lebenswerk - das
zehntausend Seiten starke "Handbuch Deutsche Musiker 1933-1945" -
erschienen.

Fred K. Prieberg arbeitet heute zurückgezogen in den Vogesen in
Frankreich. Zur Ruhe hat er sich noch nicht gesetzt, wie er betont:
"Mit Legat meines Ar-chivs bin ich ja nicht zum Däumchendrehen
verurteilt, sondern kann mich weiter um ergänzende Information und um
Rat und Tat zugunsten des akademischen Nachwuchses kümmern."

Weitere Informationen zu Fred K. Prieberg und seinem Werk:
<www.fred-prieberg.de>
<www.3sat.de/kulturzeit/tips/76921/index>



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The truth is people who worship health cannot remain healthy
on the point.
(G. K. Chesterton)

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