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| Rasende Reporter vom Bachfest 30.4.05 [message #228538] |
Mon, 02 May 2005 16:14 |
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Hallo,
bevor mich der Elan verlässt, will ich Euch die ersten Eindrücke
skizzieren:
Es scheint ein besonders gutes Bachfest zu werden, bis jetzt waren die
Veranstaltungen überdurchschnittlich gut.
Das ganze Festival steht unter dem Motto "Bach und die Zukunft", was
ziemlich viele moderne Werke mit sich bringt- nicht unbedingt meine
Favoriten, aber ich nehme das gern mit, dafür bin ich ja auf so einem
Festival, dass ich mal was höre, was sonst ein bisschen neben dem Weg
liegt.
Wir begannen mit einem Vormittagskonzert der Serie "Ausgezeichnet!",
dort werden junge Preisträger mit Programmen vorgestellt, die ca. 1
Stunde dauern und meiste in kleineren historischen Räumen stattfinden,
hier im Mendelssohn-Haus.
Anton Sie spielt Harfe, hat irgendwo asiatische Wurzeln und spricht
deutsch mit niedlichem niederländischen Akzent, denn er studiert seit
1997 in Den Haag.
Er spielte aus dem WTK 1.Teil das es-Moll-Präludium BWV 853, arrangiert
für Harfe- das war schon zu erkennen, aber warm wurde ich da noch nicht-
mag aber auch an mir liegen, denn die Harfe ist mir so ungeläufig, dass
ich mich erst reinhören musste.
Danach die Sonate G-Dur Wq 139 von C.Ph.E. Bach, das gefiel mir schon
besser, da perlten die Läufe.
Wir arbeiten uns langsam durch die Epochen, jetzt kam Louis Spohr mit
Fantasia c-Moll op.35, da weiss ich leider nichts mehr zu.
Elliott Carter mit Bariolage aus Trilogie fand ich toll, es war auch ein
sehr schwieriges Stück, und ich fand, dass Anton Sie auch in diesem Stil
mehr zu Hause ist.
Heinz Holliger folgte mit Toccata und Fughetta cromatica aus Partita II,
das sagte mir wieder nichts.
Den Schluss bildete Hernriette Renié mit Ballade fantastique, einer
musikalischen Illustrierung einer Schauergeschichte, die Sie vorab
vorlas. Erinnerte ein bisschen an "Bilder einer Ausstellung", ich fand s
gut und habe die Geschichte auch wieder erkannt.
Ein schöner Beginn mit einem anspruchsvollen Programm, begabt gespielt,
keine Pleite, und mein Augenmerk wurde auf ein Instrument gelenkt, das
ich bisher nicht so beachtet habe.
Abends dann in der Thomaskirche ein reines Bach-Konzert: Der Windsbacher
Knabenchor mit den Deutschen Kammer-Virtuosen Berlin.
Zuerst BWV 172 "Erschallet, ihr Lieder". Der Bass-Solist Sebastian Bluth
singt sehr natürlich, am Anfang vielleicht ein bisschen zu sehr auf der
Stimme, aber sehr schwungvoll. An seinen zu ü gesungenen i´s habe ich
sofort gehört, dass der Mann auch aus Berlin kommt- mich amüsierte es,
und sonst hatte ich nichts zu meckern. Sebastian Bluth-find ick jut!
Marcus Ullmann war der Tenor, und wieder stehe ich ratlos da, wenn ich
ihn höre- er hat eine helle,hohe Stimme, er hat Atem, und trotzdem
funktioniert es irgendwie nicht- entweder klingt es zu froschig, oder er
ist verkrampft, oder es klingt blutarm, saft-und kraftlos. Schade.
Sibylla Rubens ist eine verlässliche Sopranistin, so auch hier, obwohl
sie nicht ihren grössten Tag hatte. Und Elisabeth von Magnus blieb auch
ziemlich blass, das Duett mit S. Rubens war ein Nebeneinander-Singen, da
riss mich nichts vom Hocker.
Die Kammer-Virtuosen spielen auf modernen Instrumenten, aber der Schwung
und die Phrasierung kommen aus der HIP-Fraktion, es war ziemlich gut,
was die da machten, da musizierte es und spielte nicht nur ab. Einziger
Meckerpunkt- die Blechbläser, die selbst mit modernen Instrumenten
dauernd kieksten.
Und jetzt: Der Chor! Klasse Jungs! Da war kein Wackler, keine Ermüdung
in den Sopranen zum Ende hin- einfach unglaublich! Die schreien nicht,
die singen. Da höre ich, dass sie die musikalischen Phrasen verstanden
haben, dass eine Stimmgruppe auf die andere wartet. Die Bässe sind ganz
stolz, wenn sie mal richtig schön grollen dürfen, und die Tenöre würden
andere Chöre sicher gern abwerben- mühelose Höhen, engagierte Menschen
(wir sassen auf der Empore auf gleicher Höhe und konnten auch schön
gucken). Uns gegenüber auf der anderen Empore sass Biller, der hätte den
Thomanerchor bestimmt auch gern so gut...
Karl-Friedrich Beringer dirigiert eigentlich nur seine Jungs, das
Orchester muss sehen, wie es klar kommt, die scheinen aber öfter
zusammen zu arbeiten, und es klappt ja auch. Ihm zuzusehen ist schon ein
Genuss, und wenn er es war, der die Jungs zu diesem Chor geformt hat,
dann hat er meine ganze Hochachtung.
Noch eine Kantate: BWV 124 "Meinen Jesum lass ich nicht". Wieder gleiche
Eindrücke: Tenor enttäuscht, Duett Sopran-Alt funktioniert nicht, Chor
ist wundervoll.
Noch eins drauf: Eine Motette, BWV 227, "Jesu meine Freude". Ein
Monster, das so viel Konzentration erfordert, ich war schon nach dem
Hören völlig fertig, aber alles ging gut. Übrigens nicht a cappella,
sondern mit Begleitung.
Zum Schluss noch eine Kantate: BWV 137 "Lobe den Herren". Schönes Duett
Sopran/Bass, hier musiziert es plötzlich, und Frau Rubens ist auch viel
besser jetzt.
Ich wusste gar nicht, wohin mit mir nach dem Konzert. Kinderchöre werden
ja immer frenetisch gefeiert, aber hier war es wirklich zu Recht.
Die Zugabe haute mich dann völlig weg- das "Nachtlied" von Reger.
Meine Entscheidung ist jetzt ganz klar: Ich will ganz viele Söhne, die
alle nach Windsbach schicke...
Sabine
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| Re: Rasende Reporter vom Bachfest 30.4.05 [message #228540 ] |
Mon, 02 May 2005 23:57 |
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Sabine Huguenin <huguenin [at] web.de> wrote:
> Elliott Carter mit Bariolage aus Trilogie fand ich toll, es war auch ein
> sehr schwieriges Stück
Ich finde Carters Stücke eigentlich nicht "schwierig", d.h. ich verstehe
sie einerseits wohl nicht, aber sie gehen mir beim Hören direkt ein.
> Und jetzt: Der Chor! Klasse Jungs! Da war kein Wackler, keine Ermüdung
> in den Sopranen zum Ende hin- einfach unglaublich! Die schreien nicht,
> die singen. Da höre ich, dass sie die musikalischen Phrasen verstanden
> haben, dass eine Stimmgruppe auf die andere wartet. Die Bässe sind ganz
> stolz, wenn sie mal richtig schön grollen dürfen, und die Tenöre würden
> andere Chöre sicher gern abwerben- mühelose Höhen, engagierte Menschen
> (wir sassen auf der Empore auf gleicher Höhe und konnten auch schön
> gucken). Uns gegenüber auf der anderen Empore sass Biller, der hätte den
> Thomanerchor bestimmt auch gern so gut...
> Karl-Friedrich Beringer dirigiert eigentlich nur seine Jungs, das
> Orchester muss sehen, wie es klar kommt, die scheinen aber öfter
> zusammen zu arbeiten, und es klappt ja auch. Ihm zuzusehen ist schon ein
> Genuss, und wenn er es war, der die Jungs zu diesem Chor geformt hat,
> dann hat er meine ganze Hochachtung.
> [...]
> Meine Entscheidung ist jetzt ganz klar: Ich will ganz viele Söhne, die
> alle nach Windsbach schicke...
Das wird Herrn Beringer aber freuen. Immerhin wurde er in den letzten
Monaten in der Ansbacher, aber auch der überregionalen Presse doch sehr
angegriffen ob seiner angeblich an Mißhandlung grenzenden Methoden
(einige Eltern haben sich da sehr engagiert, die Chormitglieder dagegen
schwören auf ihn).
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| Re: Rasende Reporter vom Bachfest 30.4.05 [message #228771 ] |
Tue, 03 May 2005 10:17 |
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Hallo,
Am Mon, 2 May 2005 23:57:56 +0200 schrieb Dieter Stockert:
> Das wird Herrn Beringer aber freuen. Immerhin wurde er in den letzten
> Monaten in der Ansbacher, aber auch der überregionalen Presse doch sehr
> angegriffen ob seiner angeblich an Mißhandlung grenzenden Methoden
> (einige Eltern haben sich da sehr engagiert, die Chormitglieder dagegen
> schwören auf ihn).
Davon wusste ich bis gestern noch nichts, habe aber jetzt ein paar
Artikel dazu gelesen.
http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news/aktuell/2005_06_01_0 1.htm
http://www.zeit.de/2004/42/Chor
Schwierige Sache!
Chorproben sind keine Kuschelzeiten, das ist anstrengend für alle. Wenn
Beringer die Jungs beschimpft, ist das unsensibel, und das Argument, er
ist der einzige Erwachsene im Raum und muss sich zu benehmen
wissen,findet meine volle Unterstützung.
Andererseits weiss ich aus meiner Schulzeit, dass meine Lieblingslehrer
die waren, die ich geliebt _und_ gefürchtet habe.
Sabine
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| Re: Rasende Reporter vom Bachfest 30.4.05 [message #228772 ] |
Tue, 03 May 2005 20:10 |
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Sabine Huguenin wrote:
> Chorproben sind keine Kuschelzeiten, das ist anstrengend für alle.
> Wenn Beringer die Jungs beschimpft, ist das unsensibel, und das
> Argument, er ist der einzige Erwachsene im Raum und muss sich zu
> benehmen wissen,findet meine volle Unterstützung.
Das stimmt grundsätzlich; wenn er aber andererseits bei seinen "Jungs"
in hohem Ansehen steht und eine gute Beziehung zu ihnen hat (was ja
offenbar der Fall ist), kann man davon ausgehen, daß die "Jungs" die
härteren Töne nicht als persönliche Verletzung empfinden bzw. auffassen
und in ihrem Chorleiter weder einen Sklaventreiber noch einen Quäler
sehen, sondern daß er vielmehr genau die Vorbildfunktion wahrnimmt, die
man ihm absprechen möchte.
Die Frage ist: Ordnen sie sich ihm aus Angst oder aus Respekt oder aus
Einsicht unter?
Von außen finde ich so etwas sehr schwierig zu beurteilen, und allzu
schnell spricht man einem Menschen die Fähigkeit ab, mit anderen
Menschen angemessen umzugehen, weil man nur nicht sehen kann, daß der
harte Umgang in diesem Kontext von der Gegenseite akzeptiert und sogar
geschätzt wird.
Gerade in Kinder- und Jungendchören (das ist jedenfalls meine
Erfahrung) bildet sich zwischen Chorsänger und -leiter oft ein sehr
enges Verhältnis, das die Grenzen des Umgangs miteinander durchaus
etwas nach außen schieben kann, weil beide Seiten einander vertrauen
und daher mehr zulassen können als im "normalen" Umfeld.
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Leichenschändung? Ich weiß ja nicht, aber posthumen Sex würde ich eher als
Kompliment auffassen..." (Ina Koys in de.alt.folklore.urban-legends)
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| Re: Rasende Reporter vom Bachfest 30.4.05 [message #228773 ] |
Tue, 03 May 2005 21:45 |
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Volker Gringmuth schrieb:
> Sabine Huguenin wrote:
>
>>Chorproben sind keine Kuschelzeiten, das ist anstrengend für alle.
>>Wenn Beringer die Jungs beschimpft, ist das unsensibel, und das
>>Argument, er ist der einzige Erwachsene im Raum und muss sich zu
>>benehmen wissen,findet meine volle Unterstützung.
>
> Das stimmt grundsätzlich; wenn er aber andererseits bei seinen "Jungs"
> in hohem Ansehen steht und eine gute Beziehung zu ihnen hat (was ja
> offenbar der Fall ist), kann man davon ausgehen, daß die "Jungs" die
> härteren Töne nicht als persönliche Verletzung empfinden bzw. auffassen
> und in ihrem Chorleiter weder einen Sklaventreiber noch einen Quäler
> sehen, sondern daß er vielmehr genau die Vorbildfunktion wahrnimmt, die
> man ihm absprechen möchte.
Hört sich in den Artikeln schon teils etwas krass an, aber ich bin
ziemlich sicher, dass vergleichbares Verhalten bei einem Trainer einer
Spitzenjugendfußball- oder handballmannschaft keinen Artikel wert
gewesen wäre. Das mag man sehen wie man will, relativiert jedoch die
Grobheit meines Erachtens schon.
viele Grüße
JR
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| Re: Rasende Reporter vom Bachfest 30.4.05 [message #228776 ] |
Wed, 04 May 2005 07:36 |
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Am Tue, 03 May 2005 21:45:27 +0200 schrieb Johannes Roehl:
> Hört sich in den Artikeln schon teils etwas krass an, aber ich bin
> ziemlich sicher, dass vergleichbares Verhalten bei einem Trainer einer
> Spitzenjugendfußball- oder handballmannschaft keinen Artikel wert
> gewesen wäre. Das mag man sehen wie man will, relativiert jedoch die
> Grobheit meines Erachtens schon.
Genau den Gedanken hatte ich auch.
Sabine
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| Re: Rasende Reporter vom Bachfest 30.4.05 [message #228777 ] |
Wed, 04 May 2005 08:02 |
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Am Tue, 03 May 2005 20:10:09 +0200 schrieb Volker Gringmuth:
> Die Frage ist: Ordnen sie sich ihm aus Angst oder aus Respekt oder aus
> Einsicht unter?
>
> Von außen finde ich so etwas sehr schwierig zu beurteilen,
Ja, es ist schwierig, und mir fielen auch gleich mehrere eigene
Erfahrungen ein. Wenn es wirklich Tätlichkeiten gab, geht das natürlich
zu weit.
Was den Umgangston angeht, muss man eben gucken, wie man damit klar
kommt. Nur weil einer "die Kirche repräsentiert", muss er noch lange
kein lamm-gütiger Mensch sein. Und jeder von uns kennt mindestens einen
Chef, der von der Öffentlichkeit als charismatisch wahrgenommen wird,
für Insider aber ein Ekel ist.
Und ein Ekel scheint er ja nicht zu sein, sondern eher ein
leidenschaftlicher Choleriker.
Manche Ungereimtheiten sprechen meiner Meinung auch eher für als gegen
ihn:
Warum sind gerade die älteren Jungs die größten Verteidiger? Wenn sie
selbst, als sie kleiner waren, unter ihm gelitten hätten, müsste doch
der Mut jetzt größer sein, die anderen zu unterstützen,weil sie ja bald
nicht mehr im Zugriff von Beringer sind.
Warum sind die engagiertesten Eltern, nämlich die im Beirat, die größten
Verteidiger? Die haben doch sicher auch ihre Kinder befragt.
Wie die Mütter durch die Tür hindurch Proben wahrnehmen, finde ich
ziemlich schwach aussagekräftig.
Und das In-die-Seite-Pieken "Nun stütz doch" kenne ich auch. Sänger sind
nicht so körperlich wie Tänzer (sie sehen ja auch meist nicht so
aus...), aber es gibt im Unterricht durchaus viel Körperkontakt.
Dass der Junge daraufhin in Tränen ausbrach, ist vielleicht nicht auf
den Schmerz (?), sondern auf die Wut über das eigene Unvermögen und die
Peinlichkeit, dem Dirigenten nicht zu genügen, zurückzuführen.
> Gerade in Kinder- und Jungendchören (das ist jedenfalls meine
> Erfahrung) bildet sich zwischen Chorsänger und -leiter oft ein sehr
> enges Verhältnis, das die Grenzen des Umgangs miteinander durchaus
> etwas nach außen schieben kann, weil beide Seiten einander vertrauen
> und daher mehr zulassen können als im "normalen" Umfeld.
Das ist auch meine Erfahrung.
Selbst meine Mutter, die doch nun meine ganze musikalische Erziehung von
aussen begleitet hat, fragt mich heute noch, wenn sie mal meinen
Gesangsunterricht mit anhört, ob dieses dauernde Unterbrechen nach noch
nicht mal zwei Sekunden Singen mich nicht stört- und erst wenn ich ihr
erkläre, dass meine Lehrerin und ich da gerade arbeiten und dass ich die
Kritik nicht als Kritik an meiner Person auffasse, ist sie beruhigt.
Sabine
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| Re: Rasende Reporter vom Bachfest 30.4.05 [message #228778 ] |
Wed, 04 May 2005 08:22 |
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Sabine Huguenin wrote:
> Und das In-die-Seite-Pieken "Nun stütz doch" kenne ich auch.
> Sänger sind nicht so körperlich wie Tänzer (sie sehen ja auch
> meist nicht so aus...), aber es gibt im Unterricht durchaus viel
> Körperkontakt. Dass der Junge daraufhin in Tränen ausbrach, ist
> vielleicht nicht auf den Schmerz (?), sondern auf die Wut über das
> eigene Unvermögen und die Peinlichkeit, dem Dirigenten nicht zu
> genügen, zurückzuführen.
Was unter Umständen - als seelischer Schmerz - fragwürdiger sein kann
(da demotivierend) als ein körperlicher Schmerz, den der Junge
erduldet, entschlossen, etwas zu lernen.
Ich als Chorleiter (war ich mal ehrenamtlich - puuh!) hätte weniger
Probleme damit, einen Sänger körperlich herauszufordern, als damit,
ihm, möglicherweise sogar vor versammelter Mannschaft, einen peinlichen
Moment zu bereiten.
Doch hinsichtlich meines im letzten Posting Gesagten: Es kann gut sein,
daß das Miteinander und die Atmosphäre im Chor selbst solche Momente
erträglich machen.
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Ich bin bei der FH angestellt und nicht bei der Caritas!"
(Dipl.-Ing. Paul auf die Frage, wie schwer denn die Prüfung werde)
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