Musik » de.rec.musik.rock+pop » Re: Wir sind Helden: Von hier an blind
Re: Wir sind Helden: Von hier an blind [message #223408] Tue, 12 April 2005 20:41
Christian Janoff  
Matthias Mees schrieb:

> Christian Janoff writes:
>=20
>> Matthias Mees schrieb:

[...]
>>> Nennt man das nun "Unschuld verloren" oder "erwachsen geworden"?
>>
>> IMHO hat sich bez=FCglich des Erwachsenseins gegen=FCber dem ersten =
Album
>> nicht viel ver=E4ndert. Das verhindert schon die eigent=FCmlich-kind=
liche
>> Stimme von Frau Holofernes. Wenn ich "Darf ich das behalten" anspiel=
e,
>> m=F6chte ich schon wieder ausschalten. Da sage bitte einer noch etwa=
s
>> gegen Annett Louisan!
>=20
> Da bin ich dabei. Anett Louisan hat IMHO eine Stimme,

Eben. Die hat eine Stimme. Und Frau Holofernes jodelt mitunter:

Lied: "Nur ein Wort"
Stelle: ca. 2:49
Wort: "Blut"

;-)

> mit der man wahlweise Synchronsprecherin f=FCr Zeichentrickfilme wird=

> oder Tontr=E4ger mit Kinderliedern besingt, aber bittesch=F6n keine
> Pop-Musik macht.

Zugegeben: eine etwas tiefere Stimme f=E4nde ich auch besser, aber bei
Annett Louisan mit ihren "Chansons" denke ich, da=DF es pa=DFt, weil au=
ch
die Liedtexte entsprechend (aus weiblicher Ich-Perspektive) verfa=DFt
sind.

> Mit Frollein Holofernes ist das IMHO nur bedingt in puncto Schmerzfak=
tor
> zu vergleichen.

F=FCr mich klingt es bei Annett Louisan trotzdem irgendwie stimmiger.
Aber vielleicht habe ich auch nur das Gef=FChl. Der Erfolg gibt WSH
ja recht. (Auf der anderen Seite: Was hei=DFt das schon in der heutigen=

Zeit?)

> BTW bilde ich mir ein, bei irgendeinem[tm] Song sei Frollein H. mitte=
ls
> Autotune oder =E4hnlichem Ger=E4t vermickymaust worden ... ich komm n=
icht
> mehr drauf, welches es war, aber wenn etwas jemals =FCberfl=FCssig wa=
r, dann
> das :-)

Das habe ich noch nicht herausgeh=F6rt. Mir sind nur bei "Echolot" die
etwas zu deutlichen Gitarrengriffger=E4usche negativ aufgefallen.
Insgesamt gesehen (nach einigem H=F6ren) ist das Album aber durchaus
in Ordnung. Etwas besser als der Vorg=E4nger.

>>> Nach meinem subjektiven Empfinden war die erste Helden zappelig,
>>> hampelig, irgendwo (sicherlich auch als Mittel zum Zweck) verspielt=

>>> bis kindisch.
>>
>> Das Gef=FChl habe ich beim aktuellen Album auch noch: "Zuh=E4lter" u=
sw.
>> Dessen Strophen mu=DF man sich nur einmal mit den genauso tiefen Sti=
mmen
>> weiblicher Teenies vorstellen, dann ist das f=FCr mich (neben altem =
Rock
>> und ausgelatschten Stiefeln im Western-Look ;-) schon Grund genug,
>> WSH-Konzerte zu meiden.
>=20
> *g* Nun ja, das kann einem bei anderen Konzerten ebenso ergehen.

Stimmt. Es gibt zum Beispiel eine "Limited-Edition-Live-Bonus-CD" mit
Virginia Jetzt!s Album "Anf=E4nger". Beim letzten Lied ("Mein sein")
lassen sie als Ausklang des Konzerts den Publikums-"Chor" singen.
Und da sich bei VJ!-Konzerten nicht selten Teens und Twens tummeln,
klingt das leider auch dementsprechend. Hier wurde die Peinlichkeits-
Grenze deutlich =FCberschritten. Das h=E4tten sie nie ver=F6ffentlichen=

d=FCrfen. Andererseits: das ABBA-Medley beim letzten VJ!-Konzert habe
ich ja auch =FCberlebt. ;-)

> Beim letzten Ring-Besuch bekam ich bei Linkin Park so ein dezentes D=E9=
j=E0
> vu ob der hopsenden Agro-Teenies

"Agro-Teenies"?

> um mich herum. Crowd-Surfer von unten in ja-genau-da-hin-aua-aua
> kneifen usw. Und dann drehte sich irgendwann jemand seufzend um,
> der in etwa in meinem Alter war, kurzes Gedankengleichschalten
> und: "Rage Against The Machine, so '92 oder '93?" -- "Jepp, dachte
> ich auch grad" :-)

Schon klar. Alte S=E4cke unter sich. ;-)

Christian
np: Klangwerk - Die Kybernauten
--=20
herunterladen - w=E4hlen - aktualisieren - handhaben - weiterleiten - =
Spiel
Spielfilm - Geschwindigkeit - Kinder - Ansturm - Kundendienst - Ereign=
is
Nachrichten - Leibw=E4chter - Trainer - Eintrittskarte - Rummel - K=F6d=
er - DNS
Re: Wir sind Helden: Von hier an blind [message #223409 ] Tue, 12 April 2005 21:05
braesicke  
Christian Janoff schrieb:
> Eben. Die hat eine Stimme. Und Frau Holofernes jodelt mitunter:
>
> Lied: "Nur ein Wort"
> Stelle: ca. 2:49
> Wort: "Blut"
>
> ;-)

Womöglich Absicht.
In einer 2002 "erschienenen" Demoversion des Lieds klingt das Wort fast
genauso, trotz jetzt offensichtlichem Neueinsingens.
Das Blubbern der Endorphinblasen im Brblbrut, eben.
Ist's nicht höchste Sangeskunst, das deutlich zu machen? :-)

>> mit der man wahlweise Synchronsprecherin für Zeichentrickfilme wird
>> oder Tonträger mit Kinderliedern besingt, aber bitteschön keine
>> Pop-Musik macht.
>
> Zugegeben: eine etwas tiefere Stimme fände ich auch besser, aber bei
> Annett Louisan mit ihren "Chansons" denke ich, daß es paßt, weil auch
> die Liedtexte entsprechend (aus weiblicher Ich-Perspektive) verfaßt
> sind.

Mhm, Texte aus weiblicher Ich-Perspektive, nun gut.
Aber muß eine Sängerin deshalb hoch singen, um das zu verdeutlichen?
Ich weiß nicht...
Fröllein Louisan ist halt recht klein mit entsprechender Anatomie der
stimmbildenden Organe, da kann sie nichts für. Ich würde ihr das nicht zum
Vorwurf machen, aber solche Begründung, ich weiß nicht ....

>> Mit Frollein Holofernes ist das IMHO nur bedingt in puncto
>> Schmerzfaktor zu vergleichen.
>
> Für mich klingt es bei Annett Louisan trotzdem irgendwie stimmiger.
> Aber vielleicht habe ich auch nur das Gefühl. Der Erfolg gibt WSH
> ja recht. (Auf der anderen Seite: Was heißt das schon in der heutigen
> Zeit?)

Wann hat Erfolg je was bedeutet?
Die gute alte Zeit ... ;-)

Lars
Re: Wir sind Helden: Von hier an blind [message #223413 ] Wed, 13 April 2005 00:24
Werner Franke  
Christian Janoff wrote:
>
> Mir sind nur bei "Echolot" die
> etwas zu deutlichen Gitarrengriffgeräusche negativ aufgefallen.

Dass es sich hier nicht um die Londoner Philharmoniker handelt ist aber
klar, oder? :)))

"Gitarrengriffgeräusche"!!! Pfffffffffffff.
Re: Wir sind Helden: Von hier an blind [message #223422 ] Wed, 13 April 2005 13:49
Matthias Mees  
Christian Janoff writes:

> Matthias Mees schrieb:
>
>> Christian Janoff writes:
>>
>>> IMHO hat sich bezüglich des Erwachsenseins gegenüber dem ersten
>>> Album nicht viel verändert. Das verhindert schon die
>>> eigentümlich-kindliche Stimme von Frau Holofernes. Wenn ich "Darf
>>> ich das behalten" anspiele, möchte ich schon wieder ausschalten. Da
>>> sage bitte einer noch etwas gegen Annett Louisan!
>>
>> Da bin ich dabei. Anett Louisan hat IMHO eine Stimme,
>
> Eben. Die hat eine Stimme.

Quotemarder ;-)

>> mit der man wahlweise Synchronsprecherin für Zeichentrickfilme wird
>> oder Tonträger mit Kinderliedern besingt, aber bitteschön keine
>> Pop-Musik macht.
>
> Zugegeben: eine etwas tiefere Stimme fände ich auch besser, aber bei
> Annett Louisan mit ihren "Chansons" denke ich, daß es paßt, weil auch
> die Liedtexte entsprechend (aus weiblicher Ich-Perspektive) verfaßt
> sind.

Es geht nicht um hoch oder tief. Es geht um dieses Quietschige,
Mickeymausige. Dieses "Wenn du *die* in einer Kneipe anquatschen würdest
und aus ihrem Mund käme *diese* Stimme, du würdest »Öhm, hab dich
verwechselt« murmeln". Dieses Kalte, was einem den Rücken hinunter
läuft. Anyone's MMV.

> Der Erfolg gibt WSH ja recht. (Auf der anderen Seite: Was heißt das
> schon in der heutigen Zeit?)

Äh, das, was es schon immer hieß: nix.

Andererseits sind WSH letztlich auch irgendwo das, was man unter
Popmusik verstehen sollte: konsensfähig. Das mögen Mama, Papa, Kind (und
evtl. auch noch Omma Lisbeth) hören - und genau das stößt manch einem
sauer daran auf, weil, ja weil sowas halt auch für Wolle Petry, Pur und
ähnliches Zeug gilt. Es gilt aber genauso auch für Robbie Williams.

Gefällige, womöglich noch generationenübergreifend gefallende Musik in
der eigenen Muttersprache hat's hierzulande halt schwer - das ist die
Rache des "deutschen Schlagers". Da isses schon besser, man macht
schnarchlangweilige Country-Sachen, die dann wenigens der Musik-Express
gut findet, wenn er's auch "Roots" nennt ;-)

>> BTW bilde ich mir ein, bei irgendeinem[tm] Song sei Frollein
>> H. mittels Autotune oder ähnlichem Gerät vermickymaust worden ... ich
>> komm nicht mehr drauf, welches es war, aber wenn etwas jemals
>> überflüssig war, dann das :-)
>
> Das habe ich noch nicht herausgehört.

Nach heutiger Zugfahrt meine ich, es müsse "Geht auseinander" sein. Aber
es ist nicht sehr offensichtlich und geht auch nicht in Richtung Cher.

>> Beim letzten Ring-Besuch bekam ich bei Linkin Park so ein dezentes
>> Déjà vu ob der hopsenden Agro-Teenies
>
> "Agro-Teenies"?

Grimmig dreinblickende Minderjährige mit einem Beinkleid Marke
"Zirkuszeit" und Muttis Putzlumpen als Kopfschmuck.

>> Und dann drehte sich irgendwann jemand seufzend um, der in etwa in
>> meinem Alter war, kurzes Gedankengleichschalten und: "Rage Against
>> The Machine, so '92 oder '93?" -- "Jepp, dachte ich auch grad" :-)
>
> Schon klar. Alte Säcke unter sich. ;-)

Ich muss vielleicht nicht mehr unbedingt Nahkampfpogen, aber muss ich
deshalb zu Reinhard Mey gehen? Kaum :-)

Gruß, Matthias

--
np: Puddle Of Mudd - Nobody Told Me
Re: Wir sind Helden: Von hier an blind [message #223980 ] Wed, 13 April 2005 15:29
Henning Paul  
Matthias Mees schrieb:

> Es geht nicht um hoch oder tief. Es geht um dieses Quietschige,
> Mickeymausige. Dieses "Wenn du *die* in einer Kneipe anquatschen würdest
> und aus ihrem Mund käme *diese* Stimme, du würdest »Öhm, hab dich
> verwechselt« murmeln". Dieses Kalte, was einem den Rücken hinunter
> läuft. Anyone's MMV.

Nuja, so etwas in der Art habe ich vor einigen Jahren zu einem Mädchen
gesagt, nachdem sie mir mit ziemlich starken Brandenburgischen
(Sachsen-Anhaltinischen?) Akzent erzählt hatte, daß sie
Fleischereifachverkäuferin sei und gern die Böhsen Onkelz höre.

> Andererseits sind WSH letztlich auch irgendwo das, was man unter
> Popmusik verstehen sollte: konsensfähig. Das mögen Mama, Papa, Kind (und
> evtl. auch noch Omma Lisbeth) hören

Naa, nicht wirklich. Ist doch alles "Hottentottenmusik".

Gruß
Henning
--
henning paul home: http://www.geocities.com/hennichodernich
PM: henningpaul [at] gmx.de , ICQ: 111044613
Re: Wir sind Helden: Von hier an blind [message #223983 ] Wed, 13 April 2005 16:21
Christian Janoff  
Werner Franke schrieb:

> Christian Janoff wrote:
>>=20
>> Mir sind nur bei "Echolot" die
>> etwas zu deutlichen Gitarrengriffger=E4usche negativ aufgefallen.
>=20
> Dass es sich hier nicht um die Londoner Philharmoniker handelt ist ab=
er
> klar, oder? :)))

Aber sicher. Das h=F6rt man sogar mehr als deutlich.

> "Gitarrengriffger=E4usche"!!! Pfffffffffffff.

Genau genommen habe ich geschrieben:

"etwas zu deutliche Gitarrengriffger=E4usche"

Jemanden, der "Gracia" gut findet, st=F6rt das vielleicht nicht,
mag schon sein. ;-)

Christian
--=20
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is
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Re: Wir sind Helden: Von hier an blind [message #223988 ] Wed, 13 April 2005 21:00
Werner Franke  
Christian Janoff wrote:
>
> Genau genommen habe ich geschrieben:
>
> "etwas zu deutliche Gitarrengriffgeräusche"
>
> Jemanden, der "Gracia" gut findet, stört das vielleicht nicht,
> mag schon sein. ;-)

Ach, nun lass die mal beiseite. Wenn ich meine, dass Gracia eine okayer
deutscher Beitrag für den Grand Prix ist, heißt das noch nicht, dass ich
ihre Musik abgöttisch verehre :)

Wahrscheinlich kennt die auch keine Griffgeräusche, weil David Brandes
ein ziemlicher Schnarchproduzent ist, der sowas sicherlich mit
irgendwelchen 3-Punkt-Schockabsorbern oder Delay wegfiltert, wenn er
nicht gar versucht, den Musikern Silk&Steel-Saiten unterzujubeln.

Allen anderen Bands steht so ein Schnarren immer gut und ist sogar sehr
erwünscht, wenn man beispielsweise The Strokes oder The Libertines heißt.
Re: Wir sind Helden: Von hier an blind [message #223992 ] Wed, 13 April 2005 22:51
Matthias Mees  
Henning Paul writes:

> Matthias Mees schrieb:
>
>> Andererseits sind WSH letztlich auch irgendwo das, was man unter
>> Popmusik verstehen sollte: konsensfähig. Das mögen Mama, Papa, Kind
>> (und evtl. auch noch Omma Lisbeth) hören
>
> Naa, nicht wirklich. Ist doch alles "Hottentottenmusik".

Ich hab erst gestern ein Beispiel mit "Gekommen um zu bleiben" und Mama,
Papa, Kind gehört. Was Mama sonst hört, weiß ich nicht. Das Kind ist 7
oder 8 und der Papa mag Nirvana, Queens Of The Stone Age, Adam Green und
sonst eigentlich eher Klassik.

Gruß, Matthias

--
np: Live - Freaks
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